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Gertruds Bücherliste
Richard Yates |
| Zeiten des Aufruhrs. dtv 2009 (9. Auflage) |
Das Buch ist in aller Leute Munde, weil es 2008 mit sehr prominenten Schauspielerinnen respektive Schauspielern verfilmt wurde («Revolutionary Road» mit Kate Winslet und Leonardo Di Caprio).
Den Film kenne ich nicht, das Buch ist äusserst lesenswert. Es erschien zum ersten Mal 1961 und erzählt die Geschichte eines jungen amerikanischen Paars, das mit allen Attributen eines erfolgreichen Lebens – Vorstadthaus mit Garten, gutes Aussehen, gut bezahlter Job des Mannes, zwei Kinder, einige gute Freunde – ausgestattet ist und dennoch zunehmend verzweifelt an der Leere, Beziehungslosigkeit und Langeweile ihres Lebens. |
Guy Krneta |
| Zmittst im Gjätt uss. Aufbau Taschenbuch 2008 |
Eine Mundart-Dichtung der anderen Art: umwerfend zu lesen, nur schon vom Schriftbild her!
Ein Reiseleiter berichtet über seine Erfahrungen mit den Menschen unterwegs. Über ihre Macken, ihre Einsamkeit, ihre Träume und Sehnsüchte. Ein ganz liebevolles, lustiges, ernstes Büchlein.
Für diejenigen, die Mundart nicht verstehen: Das Buch lässt sich auch rückwärts auf Hochdeutsch lesen. Es heisst dann «Mitten im Nirgendwo». Aber es ist nicht dasselbe! |
Willi Wottreng |
| Farinet. orell füssli 2008 |
«War er ein Freiheitsheld oder ein Krimineller? Farinet, der berühmteste Geldfälscher der Schweiz, überschwemmte Ende des 19. Jahrhunderts eine ganze Region mit seinen 20-Rappen-Münzen. Die Bauern des Wallis vertrauten ihm mehr als der Kantonalbank mit ihrem Papiergeld. Und die Frauen liebten ihn wegen seiner sanften Art. Gejagt von der Gendarmerie, kam er unter ungeklärten Umständen ums Leben.»
Willi Wottreng stellt, wie gewohnt, minuziös recherchierte Fakten zu einer packenden Geschichte zusammen. |
Jenny Erpenbeck |
| Heimsuchung. Eichborn 2008 |
Die Wirren des letzten Jahrhunderts in Deutschland werden erzählt anhand der Geschichte eines Stücks Land an einem märkischen See.
«Indem Jenny Erpenbeck die grosse Geschichte an dieses kleine Stück Erde bindet, spricht sie über die Sehnsucht der Menschen nach dem Bleiben, über das Verlangen nach einem Ort des Friedens, über unüberwindbare Grenzen, über die Liebe, den Tod.»
Inhaltlich und sprachlich ein Meisterwerk. |
Bruno Schulz |
| Die Zimtläden. Hanser 2008 |
Das Buch ist 1934 zum ersten Mal erschienen und liegt nun in einer wunderbaren neuen Übersetzung vor.
Eine Sammlung phantastischer Erzählungen; sie «beschreiben die versunkene Welt eines galizischen Städtchens und seiner Bewohner; allen voran den wunderlichen Vater . . . Wuchernde Gärten unter einem unendlich sich türmenden Himmel, weissglühende Sommer und stockfinstere Sturmnächte, labyrinthartige Dachböden mit ihren geheimnisvollen Winkeln und Nischen schaffen eine Aura, in der die Tapeten zum Leben erwachen, verwirrende Verwandlungen vor sich gehen und Schein und Wirklichkeit verschwimmen.»
Für mich ist Schulz so etwas wie ein schreibender Chagall. |
Loriot |
| Loriots Kleiner Opernführer. Diogenes 2003 |
Loriot ist bekennender Opernfan. Und das tönt dann beispielsweise über Richard Strauss\' Rosenkavalier so: «Dieses Werk hat ein ungewöhnliches Verdienst: es zeigt die Männer als solche von ihrer dämlichsten Seite. Nur der jugendliche Liebhaber hat unsere Sympathie, und den singt eine Frau! Sonderbar: Man gewöhnt sich an alles . . .»
Höchst vergnüglich für jedermann: für Opernliebhaberinnen, für solche, die es werden wollen, und auch für solche, die es lieber bleiben lassen. |
Dirk Kurbjuweit |
| Nicht die ganze Wahrheit. Nagel & Kimche 2008 |
Ein Detektivroman, der in den politischen Etagen des heutigen Deutschland spielt. Dirk Kurbjuweit kennt die Materie und schreibt brillant. |
Gilbert Adair |
| Und dann gab\'s keinen mehr. C. H. Beck 2008 |
«Zehn kleine Negerlein in den Schweizer Bergen: Mit einem Pfeil im Herzen wird die Leiche des gefeierten Schriftstellers und berüchtigten Querulanten Gustav Slavorigin auf dem Gelände des Sherlock-Holmes-Festivals in Meiringen aufgefunden . . . Da das Kopfgeld von hundert Millionen Dollar, das ein reaktionärer Texaner auf Slavorigins Kopf ausgesetzt hat (Slavorigin ist ein gnadenloser Kritiker von George W. Bush, gg), wirklich jeden der Anwesenden zum Verdächtigen macht, ist einmal mehr der unschlagbare Spürsinn der Meisterdetektivin Evadne Mount gefragt.»
Wer Adair bereits kennt, kann sich den Genuss vorstellen. Und für die anderen ist es höchste Zeit, ihn kennen zu lernen. |
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